Italien – Toskana

Italien

Toskana

Du weißt schon, dass die Toskana nicht in Italien liegt, sondern Italien in der Toskana? Das merkst du schon in Florenz, wo Michelangelo und da Vinci die Renaissance-Kulissen für die Dolce Vita zauberten. Dörfer wie gemalt, aus der Zeit gefallen. Meer und Himmel, blau und blauer, als Seelenstreichler. Schwarz-weißer Marmor-Dom in Siena, Altstädte wie Gemälde. Und dann führt auch dieser Weg nach Rom.

Fantastico! Gott sei Dank geht so eine Alpenüberquerung heutzutage schneller und bequemer als zu Hannibals Zeiten. Und deine Reise in Florenz zu beginnen, kann nicht ganz falsch sein: die typischen toskanischen Fensterläden, die Backsteingassen zum Duomo oder der Palazzo Vecchio an der Piazza della Signoria. Hach, wie das schon klingt! Einen klitzekleinen Aperitif später fühlt sich alles schon komplett nach Dolce Vita an.

Die Schlummerröte auf deinen Wangen verblasst, und ein lokaler Auskenner wartet auf dich. Er geleitet dich durch dieses Freilichtmuseum Michelangelos, da Vincis und ihrer Compagni di gilda. Boah, ist das alles schön. Und dann Ponte Vecchio, DIE Brücke von Florenz mit jeder Menge Kunst. Dass das Lederhandwerk bei Giuseppe und Mirko auch große Kunst ist, siehst und spürst du. So wie in der Mosaik-Werkstatt von Scarpelli Mosaici, wo sich monumentale Schönheit in akribisch ausgewählten und zugeschnittenen Steinscherben wiederfindet.

Ja, es ist ein bisschen dekadent, aber wir nutzen heute die schönste Stadt der Welt als schnödes Sprungbrett für unseren Ausflug nach Pisa – auch nicht grad ein hässliches Entlein, wie du sofort merken wirst, als du aus dem Zug steigst. Keith Harings farbenfrohes Wandgemälde heißt dich modern willkommen, dann wird es historisch: über die Santa Maria della Spin bis zum Piazza dei Miracoli, wo es keine Fertigsauce, sondern den Dom, das Baptisterium sowie den Camposanto und das Wunder des berühmtesten schiefen Turms der Welt zu sehen gibt.

Addio Firenze! Durch die toskanischen Weinberge auf Schienen bis nach Siena. Dass hier die Altstadt kurzerhand komplett zum Weltkulturerbe erklärt wurde, überrascht dich nicht weiter. Vorbei an Türmen und Adelspalästen geht es bis zu dem gotisch-imposant über der Stadt thronenden Dom. Angekommen an der Piazza del Campo schließt du die Augen und stellst dir 60.000 aufgeregte Menschen vor, die genau hier zehn berittenen Pferden zujubeln, die in wahnwitzigem Affenzahn über das ehrwürdige Pflaster brettern. Dass die Briten allerdings ihre Schwert-im-Stein-Legende nur vom italienischen Original geklaut haben, wird dir in der geisterhaften Ruine der Zisterzienserabtei klar. Buona notte, Siena!

Buongiorno Chianti! Nein, du betrinkst dich nicht zum Frühstück, sondern gleitest durch die gleichnamige Landschaft mit ihren dichten Weingärten, Kastanienwäldern, Eichen und Steineichen bis nach San Gimignano , die Stadt der Türme. Der Weg durch die autofreie Altstadt ist wie eine Reise ins Mittelalter, abgesehen von dem Eis auf dem Domplatz vielleicht. Und auf dem Rückweg nach Florenz durch das hügelige Chianti kommen wir nicht ohne den Stopp auf einem Weingut aus. Wär‘ ja auch wirklich Quatsch. Und auch in Volterra gibt’s noch einen letzten Boxenstopp für heute, schließlich kommt von hier der zweite Papst, Linus sein Name – nur, falls du mal irgendwann als Telefonjoker aushelfen musst. 

Manche sagen, Montalcino würde aus der Ferne wie ein mittelalterliches Gemälde aussehen. Sagst du wahrscheinlich auch, wenn du selber quasi drin stehst: die irre Kulisse der Piazza del Popolo oder dem Rathaus mit dem urig schmalen Turm. Spätestens jedoch, wenn du die grenzenlose Weite atmest, hoch oben auf den Festungsmauern. Und warte ab, bis du Brunello in die Finger bekommen hast, den exzellenten aller Rotweine der Toskana. Das Mekka der Weinliebhaber freiwillig verlassen? Unwahrscheinlich. Da muss schon Pienza kommen, das ganz zurecht als einer der schönsten Orte der Toskana gilt. Die durch Papst Pius in der Renaissance zur »idealen Stadt« umgestaltete Altstadt – und tatsächlich auch das gesamte Tal drumherum – steht auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten. 

Im Maremma-Naturpark ist heute Wünsch-dir-was-Zeit: Eine kleine Wanderung durch savannenartige Landschaften mit Schirmpinien und Steineichen? Eine Tierparade mit Wildpferden, Hirschen und großhornigen Rinderherden? Ornithologische Angeberei mit Goldregenpfeifern, Uhus, Wanderfalken und Fischadlern? Wie sich Italo-Western und feinste toskanische Küche vertragen, erfährst du jedenfalls auf der Butteri-Ranch, bevor es nach Castiglione della Pescaia ans Meer geht. Während du die Duftmischung aus Meer und Pinienwald ganz tief einatmest, kannst du in Ruhe darüber nachdenken, ob du noch Lust auf Grossetos pittoreske Altstadt hast.

Über Nacht hast du deine Batterien und die deiner Geräte wieder voll aufgeladen. Bevor du allerdings von der traumhaften Halbinsel Monte Argentario deine ungläubigen Blicke auf die Herrlichkeiten des Tyrrhenischen Meeres, seiner Steilküsten und kleinen Sandstrände wirfst, hast du schon wieder ein paar Energiebalken verloren und bist froh, festes Schuhwerk zu tragen. Im Giardino dei Tarocchi, dem Tarotgarten der Künstlerin Niki de Saint Phalle spiegelt und funkelt die menschliche Seele in und aus skurrilen Mosaik-Skulpturen all ihre mystischen Energien in die Welt. Und für alle Esoterik-Ungläubigen ist es einfach nur unfassbar schön.

Hallo? Die Sonne und die traditionsreiche Altstadt Bolsenas warten auf dich. Und das Boot auf dem Lago di Bolsena – der größte Vulkansee Europas und so gut wie unberührtes Fisch- und Vogelparadies. Das Olivenparadies ist um die Ecke, die freundlichen Olivenbäuerinnen und -bauern haben da einige kulinarische Erweckungserlebnisse für dich parat. Warum du Glück hast, das Dorf Civita di Bagnoregio auf der Spitze eines Tuff-Felsens noch kennenzulernen, erfährst du am Ende dieses Tages. Apropos »Ende des Tages«: Am Abend solltest du unbedingt noch einmal kulinarisch in die Vollen gehen.

Warum? Weil es dein letzter Abend gewesen sein wird. Aber noch nicht das Ende! Der Weg nach Rom und zum Flughafen macht dir den Abschied noch einmal richtig schwer. Hänge doch einfach ein paar Tage in Rom dran, die Ewige Stadt lohnt sich immer.

Reisedaten:

10 Tage Erlebnis-Reis

inklusive Flug
ab 3.099 €